Satire-Tagesticker der Redaktion
Donnerstag, 23.02.2012
+++ RATINGAGENTUR: Kaum sind die Hilfsgelder auf den Weg gebracht, stuft Fitch Griechenland auf Pleite-Niveau herunter. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, stellt sich jetzt erst über einen Nachtragshaushalt heraus, dass das Wirtschaftsdefizit viel höher ausfällt als gedacht, und das nicht zum ersten Mal. Das Karusell der Hilfszahlungen, aufgebaut auf falschen Zahlen, dreht sich damit immer schneller. Ein Loch wird zugeschüttet indem man zwei neue aufreißt. Wie lange wird es noch dauern bis die Potlitiker in der EU zur Realität finden und akzeptieren, dass Griechenland so nicht zu stabilisieren ist. Warten wir also auf das nächste Zahlungsdefizit und das nächste Hilfspaket. +++
Mittwoch, 22.02.2012
+++ BRÜSSEL: Da gehen sie nun dahin die 130 Mrd. Euro für die Griechen. Problem verschoben aber nach wie vor ungelöst. Nächste Hürde, die Wahlen im April. Dann wird das griechische Volk sich bei der EU auf sein Weise bedanken und diejenigen wählen, die das Spardiktat schon immer abgelehnt haben. Bleibt abzuwarten was dann passiert. Portugal und Spanien wird die Entscheidung hingegen freuen, hat sie doch wegweisende Züge für deren Problem und trägt zu einer entspannteren Haltung bei. Eines ist jedoch sicher, ohne Wirtschaftswachstum wird dieses Geld nie wieder zu den Gebern zurück kommen. +++
Dienstag, 21.02.2012
+++ EUROPA: Mit einem Brandbrief forden 12 EU-Staaten die Förderung des Wachstums anstelle des bisherigen Sparkurses. Deutschland und Frankreich sind nicht bei den Unterzeichnerstaaten. Auch Wirtschaftsexperten haben an dem vor allem von Deutschland geforderten EU-Sparen Zweifel. Was nutzt den Griechen eine Verschuldensquote unter 130% in 2020, wenn es keine Arbeitsplätze, keine Produktion und keinen Konsum mehr gibt, wäre zum Beispiel eine berechtigte Frage. Bis zu Ende gedacht ist Totsparen sicherlich keine Alternative zu Wachstum und da ist seit 2008 außer beim Exportweltmeister nicht viel passiert. Verständlich daher, dass andere EU-Staaten befürchten in den Sog Griechenlands zu kommen. Allerdings stellt sich bei Griechenland ernsthaft die Fage was da überhaupt wachsen soll, außer Oliven. +++
Montag, 20.02.2012
+++ BERLIN: Das ging ja dann doch recht flott mit der Kandidatenkür. Nun bekommen wir den Bundespräsidenten den wir schon vor zwei Jahren hätten bekommen können. Und sicherlich wird es auch keine drei Wahlgänge brauchen wie damals als Herr Wulff auf besonderen Wunsch einer Kanzlerin ins Amt gewuppt werden musste. Es fragt sich nun, welchem Willen sich Frau Merkel gebeugt hat, obwohl laut CDU Herr Gauck zunächts nicht vermittelbar war. Dem der FDP um die Koalition zu retten und an der Macht zu bleiben oder dem des Volkes, das Gauck schon vor zwei Jahren wollte. Es ist in einer Demokratie eben schon recht schwierig alle politischen Ämter mit Vasallen zu besetzen. +++
Sonntag, 19.02.2012
+++ BERLIN: Die Suche eines Wulff-Nachfolgers gestaltet sich offenbar recht schwierig. Es hagelt Absagen oder die geeigneten Kandidaten werden an bisheriger Stelle dringend gebraucht. Das riecht schon wieder nach einem B-Kandidaten der ins Amt gewuchtet werden muss. Möglicherweise ist der Amtssessel nicht mur verklebt, sondern auch noch sehr heiss. Das ganze Szenario erinnert ein wenig an -Wetten dass?- und da hat man ja jetzt einen Österreicher gefunden. +++
Samstag, 18.02.2012
+++ BERLIN: Bemerkenswert, nein nicht der Umstand, dass Herr Wulff nach zwei Monaten Dauerbeschuss abgedankt hat, sondern dass uns jetzt erzählt wird, dass die Regierung sofort mit der Nachfolgersuche beginnt. Wer das glaubt, glaubt auch das Hoffenheim dieses Jahr Deutscher Meister wird. Kein erfolgreiches Unternehmen der Welt kann es sich leisten in einem Vergleichsfall und mit einem Vorlauf von zwei Monaten keinen Plan B in der Schublade zu haben, das kann nur die Bundesregierung. +++
Freitag, 17.02.2012
+++ BERLIN: Staatsanwaltschft beantragt Aufhebung der Immunität Wulffs. Nun ist der Druck in den Amtsstuben und aus der Bevölkerung wohl doch zu groß geworden, als dass Staatsanwaltschaft, Bundesregierung und Parlament das Problem Wulff ausMerkeln könnten. Es bleibt jedoch spannend, ob ein Rücktiritt tatsächlich erfolgt oder ob Herr Wulff nicht doch noch versuchen wird im Zuge der Ermittlungen seine Unschuld zu beweisen. Denn die Würde des Amtes scheint für Ihn bedeutungslos zu sein und es wäre nicht verwunderlich, wenn er im Rahmen seines Realitätsverlustes auch noch an einen Freispruch glaubt. Auch die Griechen wird es freuen, denn die können jetzt zumindest ansatzweise darauf verweisen, dass es auch in Deutschland nicht immer mit rechten Dingen zugeht. +++
Donnerstag, 16.02.2012
+++ ATHEN: Nun äußert sich auch der griechische Staatspräsident negativ über Deutschland, ganz besonders über Herrn Finanzminister Schäuble. Auch Finnland und die Niederlande müssen die Schimpftiraden ertragen. Dabei ist es doch nichts Neues, dass Gläubiger an der Sicherung ihrer Investition Interesse haben. Derartige Rhetorikbeiträge tragen nicht zwangsläufig dazu bei, dass die Geberländer das Geld freudestrahlend nach Griechenland tragen. Vielleicht sollten die Politiker in Griechenland einfach einmal darüber nachdenken wer für ihre Situation verantwortlich ist, sicherlich nicht Herr Schäuble. Es ist wie in der Wirtschaft, es ist nicht wichtig warum etwas nicht funktioniert, wichtig ist nur, dass einer Schuld hat. +++
Mittwoch, 15.02.2012
+++ LUXEMBURG: Euro Gruppenchef Juncker hat das für heute anberaumte Treffen der EU Finanzminister abgesagt. Grund dafür sind erneut nicht eingehaltene Zusagen der griechischen Regierung. Es ist schon bemerkenswert wie sich die Geberländer vorführen lassen vor lauter Angst um den heiligen Euro. Anscheinend hält es die griechische Regierung mit der FDP und hält sich ebenfalls für unverzichtbar. Bei den Griechen wird man das Ergebnis in wenigen Wochen kennen, bei der FDP 2013 zur Bundestagswahl. +++
Dienstag, 14.02.2012
+++ GRIECHENLAND: Wenn im April die Griechen ihre neue Regierung wählen ist für die EU das nächste Desaster zu erwarten. Es wird für die Demagogen unter den griechischen Politikern ein Leichtes sein eine Anti-Spar-Bewegung zu organisieren und damit das genaue Gegenteil des heutigen strikten Sparkurses. Eine solche Regierung würde dann die alten Zustände wiederherstellen und damit wäre die Annahme vieler Fachleute zutreffend, dass Griechenland in die Staatspleite läuft, wenn auch mit ein paar Monaten Verzögerung. Bleibt nur zu hoffen, dass die EU für dieses Szenario einen Plan B bereit hält. Die griechischen Milliardäre wird es nicht weiter kümmern, ihr Geld ist schon längst in anderen Ländern, und das gewöhnliche Volk hat diese Leute noch nie interessiert. Sie werden sich den Niedergang der ältesten Demokratie der Welt von ihren Yachten aus und mit einem Gläschen Champagner ansehen. +++
Montag, 13.02.2012
+++ ATHEN: Erwartungsgemäß wurde im Parlament das Sparpaket verabschiedet. Am kommenden Mittwoch werden die EU-Finazminister wohl die Hilfsgelder frei geben. CSU-Chef Seehofer bringt derweil eine Volksabstimmung im Deutschland über das Hilfspaket in die Diskussion. Das Ergebis dürfte recht eindeutig ausfallen und würde die ganze Hilfsaktion erneut in Frage stellen. Nach wie vor wird in Sachen Griechenland ausschließlich über das Sparen verhandelt. Die Frage einer wirtschaftlichen Stabilisierung scheint inzwischen völlig vom Tisch zu sein. Wirtschaftsfachleute fragen sich zurecht, wie das Land ohne eine positive wirtschaftliche Entwicklung jemals wieder auf die Beine kommen will, aber das scheint die Politiker nicht ernstlich zu interessieren. Es bleibt erst einmal abzuwarten, ob es sich erneut um eine Absichtserklärung aus Athen handelt, oder ob endlich dem großen Gezerre auch Taten folgen. Bisher kann man in den vergangenen Wochen lediglich von großem Kino sprechen, denn eines ist doch klar, der Steuerzahler -und das in ganz Europa- löffelt die Suppe aus die korrupte Politiker über Jahre in Griechenland gekocht haben. +++
Sonntag, 12.02.2012
+++ WIRTSCHAFT: Die Corporate-Governance-Kommission der Bundesregierung will umdenken was das Politsponsoring angeht. Anscheinend hat die Wulff-Affaire nachdenklich gemacht, denn der Vorsitzende der Kommission Müller spricht von mehr Vorsicht bei Amtsträgern. Das könnte jetzt zwei völlig verschiedene Auswirkungen haben. Entweder wird dieses Sponsoring drastisch zurückgefahren oder die zu beschenkenden Politiker müssen sich vor dem Erhalt der Zuwendungen einem Qualifikationstest unterziehen. Im letzteren Fall hat die webcon development bereits einen Prototypen des Qualifikationstetes erstellt. Der Test besteht aus einer Multiplechoisefrage: Sind Sie bestechlich? Und hier die Antwortmöglichkeiten: JA - VIELLEICHT. +++
Samstag, 11.02.2012
+++ WULFF-AFFAIRE: Die Einfalt des Herrn Wulff ist schon beeindruckend. Erst versucht er den Bürgerinnen und Bürgern zu verkaufen, dass er dem Filmproduzenten Groenewold die Übernachtungskosten im Hotelfoyer in bar erstattet hat, die Nebenkosten hingenen zur selben Zeit aber per Kreditkarte an das Hotel und jetzt will er ein Diensthandy per Überlassungsvertrag und gegen Bezahlung von dem selben Sponsor erhalten haben da er anscheinend am freien Markt keines bekam. Man stellt sich die Frage ob Herr Wulff vielleicht schon garkein Bankkonto mehr besitzt. Das schlimme an Herrn Wulff sind nicht seine Taten, viel schlimmer ist, dass ein Staatsoberhaupt glaubt "sein" Volk für blöd verkaufen zu können. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich Wulffs Sponsoren zusammen tun und ihm ein Exil, am besten ganz weit weg, finanzieren, damit das Land und das Volk endlich von diesem Scharlatan befreit wird. +++
Freiag, 10.02.2012
+++ GRIECHENLAND: Jetzt ist es also "fast" fertig, das neue Sparpaket. Oder vielleicht besser ausgedrückt die griechische "Absichtserklärung" dazu. Wie tragfähig es ist bleibt zunächst einmal abzuwarten. Auch die Zustimmung der Banken und Hedgefonds stehet noch in den Sternen, also von Entwarnung keine Spur. Fest steht lediglich, dass die deutschen Steuerzahler zunächst einmal mit rund 17 Mrd. zur Kasse gebeten werden, weitere Belastungen nicht ausgeschlossen. Die Dramatik der ganzen Rettungsaktion ist schnell beschrieben. Geld alleine wird der Entwicklung der grichischen Wirtschaft nicht helfen und da liegt das eigentliche Problem. Das ganze Rettungspket erinnert an die Behandlung eines komplizierten Burchs mit einem Heftpflaster und zeigt deutlich, dass es hier nicht um Griechenland geht, sondern um die Sicherung der Eurozone. Die griechische Bevölkerung, die jetzt die Fehler der Politiker aus der Vergangenheit ausbaden muss, kann einem nur leid tun. +++